Katastrophenschutz

Sicherheit im Ernstfall: Wardenburg bereitet sechs Katastrophenschutzleuchttürme vor

Einweisung der ehrenamtlichen Katastrophenschutzhelfer im Rathaus Wardenburg.
Rechts im Bild: Bürgermeister Christoph Reents.

Eine der zentralen Aufgaben von Gemeinden in Deutschland ist die örtliche Gefahrenabwehr zum Schutze der Bevölkerung. Dieser Schutz umfasst alle nichtpolizeilichen und nichtmilitärischen Maßnahmen vor Katastrophen und Notlagen. Die Verwaltung der Gemeinde Wardenburg hat diese Risiken innerhalb ihrer Gebietskörperschaft erkannt und gesetzliche Maßnahmen zur Vorbeugung und Bewältigung ergriffen.

Wichtigstes Instrument hierfür ist der fortlaufend aktualisierte Katastrophenschutzplan der Gemeinde, der Strukturen, Alarmierungswege und Kontaktdaten für den Ernstfall definiert. Teil dieses Sicherheitskonzepts ist der Aufbau von sechs Katastrophenschutzleuchttürmen. Im Juni finden Abstimmungen und Schulungen mit den Einsatzplanern direkt vor Ort statt, um einen reibungslosen Betrieb ab dem Sommer zu gewährleisten.

Unter einem „Katastrophenschutzleuchtturm“ versteht man eine temporäre Notfall- und Informationsstelle. Sie bietet Einwohnerinnen und Einwohnern bei extremen Ereignissen – wie Großbränden, schweren Unfällen oder Massenevakuierungen – Schutz und Orientierung. Fallen die regulären Telefon- und Mobilfunknetze aus, werden diese Stationen nach einer Vorbereitungszeit von wenigen Stunden durch Hilfsorganisationen und freiwillige Kräfte hochgefahren. Ein solcher Katastrophenfall erfordert eine zentrale Leitung, wenn Leben, Gesundheit oder die lebenswichtige Versorgung der Bevölkerung erheblich gefährdet sind.

Koordinierungstreffen und Schulungen vor Ort
Ein funktionierendes Krisenmanagement erfordert exakte Absprachen. Aus diesem Grund treffen sich die Einsatzplanenden im Juni direkt in den Räumlichkeiten der künftigen Leuchttürme. Am 9. Juni, am 16. Juni und am 23. Juni werden die logistischen und personellen Abläufe vor Ort koordiniert.

Da der Betrieb nicht allein durch die Gemeindeverwaltung geleistet werden kann, ist die Kommune maßgeblich auf ehrenamtliche Kräfte angewiesen. Im Ernstfall sind es genau diese Ehrenamtlichen, die die Hilfesuchenden an den Leuchttürmen in Empfang nehmen und ihnen als erste Ansprechpartner zur Seite stehen. Die grundsätzliche Einweisung dieser in der Nähe der Leuchttürme wohnenden Ehrenamtlichen erfolgt derzeit sukzessive direkt vor Ort an den jeweiligen Standorten.

Die Gemeindeverwaltung spricht diesen engagierten Kräften schon jetzt ihren ausdrücklichen Dank aus. Ohne ihren freiwilligen Einsatz in unmittelbarer Nachbarschaft wäre ein solches Sicherheitsnetz nicht realisierbar. Daher werden zur Unterstützung der Gemeindeverwaltung auch weiterhin zusätzliche Ehrenamtliche gesucht, die im Ernstfall die Hilfesuchenden an den Leuchttürmen in Empfang nehmen.

Der Katastrophenschutz-Sachbearbeiter der Gemeinde, Boris Siseta, betont die Wichtigkeit der lokalen Vorbereitung: „Die dezentrale Struktur unserer Leuchttürme funktioniert nur, weil wir Menschen direkt vor Ort haben, die im Ernstfall sofort handlungsfähig sind. Die aktuellen Schulungen an den Standorten stellen sicher, dass jeder Handgriff sitzt, wenn die reguläre Infrastruktur ausfällt.“

Neben den eigentlichen Standorten umfasst die Arbeit der Gemeinde im Hintergrund auch die Bereitstellung von Lage-, Überschwemmungs- und Waldbrandkarten sowie die enge Zusammenarbeit mit der Katastrophenschutzbehörde des Landkreises Oldenburg. Die Vor-Ort-Schulungen im Juni bilden das Fundament, um ab dem 1. Juli 2026 die offizielle Einsatzbereitschaft der Katastrophenschutzleuchttürme zu garantieren.

Die sechs Standorte in der Gemeinde Wardenburg
Die Untere Katastrophenschutzbehörde des Landkreises Oldenburg hat für alle Leuchttürme ein einheitliches Erkennungssymbol festgelegt. Damit Einwohnerinnen und Einwohner die Stationen im Ernstfall sofort finden, werden die Gebäude gut sichtbar von der Straße aus mit Schildern gekennzeichnet. Die Standorte sind:

  • Rathaus der Gemeinde Wardenburg
  • Turnhalle der Grundschule (GS) Wardenburg
  • Turnhalle der GS Hundsmühlen
  • Turnhalle der GS Achternmeer
  • GS Hohenfelde
  • Sporthalle der „Sportfreunde Littel-Charlottendorf e.V.“


Aufgaben und technische Ausstattung
Die Leuchttürme dienen der Informationsweitergabe, bieten medizinische Erstversorgung und allgemeine Hilfestellung. Zudem ermöglichen sie eine temporäre Übernachtung sowie die Zubereitung einfacher Mahlzeiten. Unterstützt wird der Betrieb durch Feuerwehren, THW, Malteser und Rettungsdienste, die Personal, Technik und Lebensmittel bereitstellen.

Zur Notfallausstattung der Gemeinde gehören: Feldbetten, Decken, Megaphone, LED-Baustrahler, Kabeltrommeln, Elektroherdplatten, autarke Stromerzeuger sowie Kurbelradios.

Bürgermeister Christoph Reents hebt die Bedeutung des Projekts für die gesamte Gemeinde hervor:
„Mit der Einrichtung der Katastrophenschutzleuchttürme schaffen wir verlässliche Anlaufstellen für unsere Einwohnerinnen und Einwohner in absoluten Ausnahmesituationen. Mein besonderer Dank gilt den ehrenamtlichen Helfern aus der Nachbarschaft, die durch ihre Bereitschaft Verantwortung für die Gemeinschaft übernehmen und diesen Schutz erst möglich machen.“

Papierlose Kampagne in Vorbereitung
Ab Juli werden die Leuchttürme offiziell vorgestellt. Die Gemeinde setzt hierbei auf Nachhaltigkeit: Die Informationskampagne für die Einwohnerinnen und Einwohner erfolgt komplett umweltfreundlich und papierlos über die digitalen Kanäle der Gemeinde Wardenburg.