Klima
Klimaschutz am Klingelschild

Wer in Wildeshausen, Wardenburg oder den umliegenden Gemeinden besonders klimafreundlich wohnt, kann dies nun wieder stolz nach außen zeigen. Ab sofort läuft die neue Bewerbungsphase für die „Grüne Hausnummer“. Mit diesem Siegel zeichnen der Landkreis Oldenburg und die Klimaschutz- und Energieagentur Niedersachsen (KEAN) Hauseigentümer aus, die beim Bauen oder Sanieren Maßstäbe in Sachen Energieeffizienz gesetzt haben.
Ein Pionier aus Wardenburg
Die Auszeichnung hat in der Region Tradition. Interessanterweise kam die landesweit allererste Bewerbung für diesen Preis im Jahr 2017 aus der Gemeinde Wardenburg. Seitdem hat sich viel getan: Rund 2300 Gebäude in ganz Niedersachsen tragen mittlerweile die grüne Plakette.
„Gute Beispiele regen zum Nachahmen an“, betont Thomas Schade, Klimaschutz- und Mobilitätsmanager der Gemeinde Wardenburg. Ziel der Aktion sei es, die oft unsichtbaren Anstrengungen bei der energetischen Sanierung für die Öffentlichkeit sichtbar zu machen. „Sie zeigen, wie energieeffiziente Gebäude in der Praxis aussehen und machen Lust darauf, auch das eigene Heim fit für die Zukunft zu machen.“
Hohe Hürden für den Klimaschutz
Die Kriterien für die begehrte Nummer sind klar definiert. Ausgezeichnet werden Eigentümer, die ihren Altbau besonders effizient saniert haben oder deren Neubau mindestens den Standard eines „KfW-Effizienzhauses 40“ erfüllt. Das bedeutet: Das Gebäude verbraucht nur 40 Prozent der Primärenergie eines Standard-Referenzhauses.
Angesichts der Tatsache, dass der Gebäudesektor in Deutschland für rund 30 Prozent der Treibhausgasemissionen verantwortlich ist, sei das Engagement der privaten Eigentümer unverzichtbar, so die Initiatoren.
Bewerbung bis Juli möglich
Wer sein Haus mit der individuellen Plakette und einer Urkunde schmücken möchte, hat bis zum 4. Juli 2026 Zeit, seine Unterlagen einzureichen. Das Verfahren ist bewusst unkompliziert gehalten: Ein einfacher Bewerbungsbogen genügt.
Interessierte finden alle Informationen und den Download der Unterlagen auf der Webseite der Energieagentur unter www.klimaschutz-niedersachsen.de/gruenehausnummer.
Hintergrund: Die Standards
Die KfW-Effizienzhausstufen dienen als Maßstab für die Förderung und Auszeichnung. Als Basis gilt das Effizienzhaus 100 (gesetzlicher Standard). Je kleiner die Zahl, desto besser die Bilanz: Ein Effizienzhaus 55 benötigt beispielsweise nur 55 Prozent der Energie des Referenzbaus. Die „Grüne Hausnummer“ setzt hier ein deutliches Zeichen für Spitzenleistungen im Umweltschutz.

