750 Jahre Wardenburg

Die ersten Siedlungen in der Gemeinde Wardenburg gehen auf das zweite und dritte Jahrhundert zurück. In den letzten Jahrzehnten wurden bei Grabungen zwischen Oberlethe und Westerholt wiederholt Keramikscherben und Eisenteile gefunden welche darauf schließen lassen, dass zu Zeiten der römischen Kaiser Germanen in der heutigen Gemeinde Wardenburg siedelten.

Durch die Handelsbeziehungen zwischen Orten aus dem Süden und Orten an der Nordsee kam es zu einem regen Verkehr in diesem Gebiet. So entstand entlang des Hunteufers der Handelsweg namens Bronzestraße.

Um das Jahr 1270 wurde der Glockturm, das heutige Wahrzeichen Wardenburgs, auf großen Findlingen errichtet. Im selben Jahr baute der Westerholtsche Ritterbund in Wardenberge eine Burg. Diese Burg diente zum Schutz der Zollstätten. Nach der Errichtung der Burg nannte man Wardenberge in Wardenburg um – Wardenburg wurde anerkannter Mittelpunkt der Region. Etwa 70 Jahre später kam es zu einem Konflikt zwischen der Region Münster und Oldenburg. Die Wardenburg fiel diesem Konflikt zum Opfer – 1342 wurde die Wardenburg zerstört. Von der Burg blieb nichts mehr übrig, nicht einmal die Grundmauern. Im Herbst 1923 fand man bei Baggerarbeiten in der Lethe einen auffälligen Stein, welcher, was sich später herausstellte, von der zerstörten Wardenburg stammte. Heute dient dieser Stein in der Marienkirche als Taufstein.

Vom 2. bis zum 23. September 1623 lagerte das Heer des kaiserlichen Generals Johann t’Serclaes von Tilly auf einem Hügel in Wardenburg. Mit 25.000 Soldaten befand sich Tilly auf der Verfolgung des gegenerischen Generals Ernst von Mansfeld, der in Ostfriesland Stellung bezogen hatte. Durch geschickte Verhandlungen und reiche Geschenke erreichte Graf Anton von Oldenburg den kamplosen Abzug von Tilly’s Truppen.

Beide Weltkriege brachten den Einwohnern der Gemeinde Elend und Not. Unmittelbar nach Ende des Zweiten Weltkriegs lag in Wardenburg jegliche Entscheidungsgewalt in den Händen der alliierten Kommandostellen. Nachhaltig verändert hat sich die Bevölkerungsstruktur durch die Zuweisung und Zuwanderung von Flüchtlingen und Vertriebenen. 1950 bestand die Bevölkerung etwa zu einem Drittel aus Vertriebenen und Flüchtlingen. Die Entwicklung der Industrie und des Handwerks in Handel und Dienstleistung hat nach dem Zweiten Weltkrieg ein ungewöhnliches Wachstum gezeigt. Dennoch – wie eh und je – dominieren in Wardenburg die kleineren und mittleren Betriebe. Viele Einwohner/-innen organisieren sich in Vereinen,  Verbänden und politischen Parteien. Das Spektrum reicht von Volkstanz-, Musik- und Theatergruppen, Chören und Sportvereinen, dem Wirtschaftsförderungsverein und dem Marketing Forum bis hin zu den Vereinen, die sich den Schutz der Natur oder den Erhalt historischer Kultur zum Ziel gesetzt haben.