Vortragsreihe: „Historischer Montag" anlässlich des Jubiläums „750 Jahre Wardenburg“

Der Ort Wardenburg konnte 2020 auf sein 750-jähriges Jubiläum zurückblicken. In diesem Rahmen war in Zusammenarbeit mit dem Bürgerverein sowie mit der Ev.-luth. Kirchengemeinde Wardenburg eine Reihe von Veranstaltungen geplant, die infolge der Corona-Pandemie großenteils nicht stattfinden konnten. 

So auch folgende Veranstaltungen der Vortragsreihe „Historischer Montag", die sich nun der Burg- und Kirchengründung sowie der Kirchengeschichte und dem regionalen Adel widmen:

  • Vortrag zur Burg- und Kirchengründung durch Prof. Dr. Bernd Ulrich Hucker, Montag, 10. Oktober, 19.00 Uhr im Ratssaal des Rathauses
  • Vortrag zur Kirchengeschichte durch Dr. Tim Unger, Montag, 7. November, 19.00 Uhr in der Marienkirche Wardenburg

Die Anfänge des Ortes Wardenburg - Eine Burg wird gebaut

Wem verdankt Wardenburg seine Entstehung und wann erfolgte sie? Welche Quellen geben Aufschluss über die Burggründung im Lethetal? Und wie alt ist Wardenburg wirklich?

Diesen Fragen wird der Historiker Professor Dr. Bernd Ulrich Hucker in einem Vortrag am 10. Oktober nachgehen. Prof. Dr. Hucker ist ausgewiesener Experte des Mittelalters im Nordwestdeutschen Raum.
Es lohnt sich, die spannenden Lebensumstände der adligen Burgherren und der ritterlichen Dienstmannen von Wardenberge – wie Wardenburg ursprünglich hieß – wie die der von Westerholt, von Bremen, Swippenberge und Porsenberg geschildert zu bekommen. Waren in Wardenburg nicht nur Ritter und ihre Familien ansässig, sondern bis in das 13. Jahrhundert auch ein Geschlecht hochadligen Standes, die Edelherren von Wardenberg?

Fehden, Belagerungen und Zerstörungen begleiteten die mittelalterlichen Geschichte Wardenburgs, weshalb beispielsweise die Burg nicht lange existierte. Im Gefolge der Burg wurde bald eine Kapelle begründet – die als Wallfahrtskirche „Unserer lieben Frau zu Wardenburg“ später weit über das Oldenburger Land bekannt wurde. Und woher kam der Marienkult, der in dieser Kirche gepflegt wurde?
Prof. Bernd U. Hucker war langjähriger Direktor des Vechtaer Instituts für Geschichte und historische Landesforschung. Außerdem publizierte er unlängst zum Dorfjubiläum von Sannau und über die Kriege der Stedinger Bauern gegen den Adel des Niederweserraumes.

Westerburg und Wardenburg – die Geschichte zweier Kirchen: Entwicklung von der St. Petri Kirche in Westerburg bis zur Wallfahrts- und Marienkirche in Wardenburg bis zur Reformation

In Westerstede, dem heutigen Westerburg, entstand im 9. Jahrhundert mit der Christianisierung die erste Kirche des späteren Kirchspiels Wardenburg. Gegen Mitte des 13. Jahrhunderts wurde im heutigen Hauptort Wardenburg eine Marienkapelle errichtet, die sich zur bedeutendsten Wallfahrtskapelle des Oldenburger Kernlandes entwickelte. Mit der Reformation wurde diese Tradition beendet; die Wardenburger Kapelle wurde zur Pfarrkirche des Ortes Wardenburg.

In seinem Vortrag am 7. November geht Pastor Dr. Tim Unger der mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Kirchengeschichte Wardenburgs nach. Beleuchtet werden die Frömmigkeitstraditionen, die Interessen von Einwohnern, Adligen, Kloster Bersenbrück und Landesherrschaft an Kirche und Wallfahrtskapelle und der Umbruch der Reformation bis ins 18. Jahrhundert. Fazit wird sein: Wardenburg ist einer der bedeutendsten Orte der oldenburgischen Kirchengeschichte.

Dr. Tim Unger ist Pastor in Wiefelstede. Er promovierte 1996 an der Universität Göttingen über die Reformationsgeschichte in Vechta, Cloppenburg und Meppen. Im Mai 2022 erschien sein Buch „Die Reformation in den Grafschaften Oldenburg und Delmenhorst“.

Anmeldungen erforderlich
Der Eintritt zu beiden Vorträgen ist kostenlos. Einlass ist jeweils ab 18.30 Uhr. Um eine Anmeldung wird gebeten, telefonisch unter 04407-73116 oder per E-Mail an kultur(at)wardenburg.de


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