Grundsteuerreform 2025

Informationen für Grundstückeigentümerinnen und -eigentümer

Bisher wird die Grundsteuer anhand sogenannter Einheitswerte berechnet. Diese Werte beruhen in den alten Bundesländern auf den Wertverhältnissen aus dem Jahr 1964, in den neuen Ländern auf denen aus dem Jahr 1935. Die tatsächliche Wertentwicklung eines Grundstücks spiegeln sie nicht wieder. Deshalb erklärte das Bundesverfassungsgericht im Jahr 2018 die bisherige Berechnungsmethode für verfassungswidrig und forderte eine gesetzliche Neuregelung.

Auf Bundesebene wurde am 26. November 2019 das Grundsteuerreformgesetz verabschiedet. Bestandteil des Gesetzespakets war auch eine Änderung des Grundgesetzes, die es den Ländern ermöglicht, von der Bundesregelung abzuweichen. Die Regierungskoalition in Niedersachsen hat von dieser Möglichkeit Gebrauch gemacht und sich hinsichtlich der Bewertung des Grundvermögens (bebaute und unbebaute Grundstücke – ohne landwirtschaftliche und forstwirtschaftliche Flächen) für das Flächen-Lage-Modell entschieden. Das Niedersächsische Grundsteuergesetz (NGrStG) wurde am 7. Juli 2021 im Niedersächsischen Landtag verabschiedet. Für das landwirtschaftliche und forstwirtschaftliche Vermögen gelten die auf Bundesebene beschlossenen Vorschriften des Bewertungsgesetzes.

Um eine Neubewertung rechtzeitig abzuschließen zu können, müssen alle Grundstückseigentümerinnen und Grundstückseigentümer ab dem 1. Juli bis zum 31. Oktober 2022 eine Erklärung zur Feststellung des Grundsteuerwerts (Feststellungserklärung) digital bei ihrem Finanzamt abgeben. Für Grundbesitz in der Gemeinde Wardenburg ist das Finanzamt Oldenburg zuständig.

Was Sie zur Feststellung des Grundsteuerwertes wissen müssen:

Ab Mitte Juni 2022 erhalten die Grundstückseigentümerinnen und Grundstückseigentümer vom Finanzamt Oldenburg ein individuelles Informationsschreiben mit Daten und Informationen, die der Finanzverwaltung verfügbar sind (wie zum Beispiel das Aktenzeichen und die Lage). Diese Daten dienen Ihnen als Unterstützung und können nach persönlicher Prüfung durch Sie auf Vollständigkeit und Richtigkeit in die Feststellungserklärung übertragen werden. Zur Überprüfung beziehungsweise Ermittlung der Grundstücksfläche ist eine Kartendarstellung online unter www.grundsteuer-viewer.niedersachsen.de ablesbar.

Die Abgabe der Feststellungserklärung ist ab dem 1. Juli 2022 bis zum 31. Oktober 2022 grundsätzlich digital – über ELSTER – beim zuständigen Finanzamt abzugeben. Falls Sie noch nicht über ein ELSTER-Benutzerkonto verfügen, können Sie unter www.elster.de den erforderlichen Zugang beantragen. Sollte bereits ein Benutzerkonto zum Beispiel für die Abgabe der Einkommensteuererklärung existieren, kann dieses auch für die Übermittlung der Feststellungserklärung genutzt werden. Die Feststellungserklärung kann auch über den Zugang von nahen Angehörigen, Hausverwaltungen oder Angehörigen der steuerberatenden Berufe abgegeben werden. 

Weitere Informationen

Auskunftsberechtigt für Fragen in Bezug auf die Feststellung des Grundsteuerwertes ist das jeweilige Finanzamt. Unter der Rufnummer 0441 238-7733 hat das Finanzamt Oldenburg eine Grundsteuer-Hotline eingerichtet, die montags bis donnerstags von 8.00 bis 15.00 Uhr und freitags und vor Feiertagen von 8.00 bis 12.00 Uhr erreichbar ist.
Die Gemeinde Wardenburg kann hinsichtlich der Wertfeststellung leider keine Auskunft erteilen.

Zur Unterstützung der Grundstückseigentümerinnen und -eigentümer bei der Erstellung der Feststellungserklärung haben das Niedersächsische Finanzministerium und das Landesamt für Steuern Niedersachsen umfangreiche und hilfreiche Informationen auf den Internetseiten zur Verfügung gestellt.

Auf der Seite Grundsteuerreform in Niedersachsen 2022 vom Land Niedersachsen können diese Daten abgerufen werden.

Die Grundsteuer wird bis zum Ablauf des Kalenderjahres 2024 weiterhin nach der bisherigen Rechtslage durch die Gemeinde Wardenburg berechnet und erhoben. Ab dem 1. Januar 2025 ist der neu festzustellende Grundsteuerwert maßgeblich für die zu leistende Grundsteuer. Somit sind Grundsteuerzahlungen nach neuem Recht ab dem 1. Januar 2025 zu leisten. Hierzu erhalten Sie Anfang 2025 unaufgefordert einen Grundbesitzabgabenbescheid.