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Konzept zur Entwicklung der weiteren Seniorenarbeit |
Der Rat der Gemeinde Wardenburg hat folgendes Konzept in seiner Sitzung am 26.04.2007 beschlossen.
1. Ziele des Konzeptes:
- Die Seniorenarbeit soll dem Bedarf und der Entwicklung entsprechend angepasst werden.
- Die Seniorenarbeit soll die unterschiedlichen Interessen der 60 bis 75-jährigen Senioren und die der Altersgruppe „75 plus“ berücksichtigen.
- Die bestehenden Fördermechanismen sollen effizient und zielgenau eingesetzt werden.
- Das Konzept soll Handlungsleitfaden sein.
2. Maßnahmen zur Entwicklung der Seniorenarbeit
Alten- und Pflegeheime, beratende Mitglieder des Seniorenbeirates, Bildungsangebote für Senioren, Seniorenbeirat, Seniorenbüros, Seniorenspielplätze, Seniorenvereinsangebote, Seniorenwegweiser, Wohnen im Alter
Der Seniorenwegweiser als gut angenommene Informationsquelle soll laufend fortgeführt und mindestens einmal pro Jahr neu aufgelegt werden. Der Seniorenwegweiser ist auch im Internet unter www.wardenburg.de veröffentlicht.
Aufgrund der prognostizierten Bevölkerungsentwicklung ist mit einem weiter steigenden Bedarf an altersgerechtem Wohnraum zu rechnen. Die Gemeinde Wardenburg sollte daher bei der zukünftigen Entwicklung von Wohnbauflächen auch Bereiche berücksichtigen, in denen weitere Altenwohnungen entstehen können. Dabei sollten mittel- und langfristig zusätzlich ca. 40 bis 60 Altenwohnungen geschaffen werden. Eine finanzielle Förderung und ein Belegungsrecht durch die Gemeinde sind nicht erforderlich.
In diesem Zusammenhang ist die Gemeinde Wardenburg auch offen für neue Wohnformen wie z.B. Senioren-Wohngemeinschaften oder Generationenhäuser. Dies setzt allerdings die Bereitschaft möglicher Investoren voraus, die dabei keine finanzielle Förderung durch die Gemeinde Wardenburg berücksichtigen können.
Aufgrund des deutlich steigenden Anteils der wesentlich älteren Menschen ist gegenüber heute mit einem weiteren Anstieg des Bedarfs an Alten- und Pflegeheimplätzen zu rechnen. Deshalb sollten bei den gemeindlichen Planungen auch hier mittel- und langfristig Bereiche vorgesehen werden, in denen Einrichtungen mit insgesamt mindestens 60-80 Plätzen entstehen können.
Die bisher schon sehr positive Vernetzungsarbeit und der gute Austausch im Seniorenbeirat sollen weiter intensiviert werden. Eine kontinuierliche Begleitung durch die Gemeindeverwaltung ist auch weiterhin sinnvoll.
Dabei soll versucht werden, auch andere Vereine als die klassischen Seniorenclubs in die Arbeit des Seniorenbeirates einzubinden. Hierfür bieten sich zunächst die Sportvereine an.
Mit den Sportvereinen soll der Bereich der Seniorenarbeit und der dort von ihnen vorgehaltenen Angebote erörtert werden, mit dem Ziel dass die Vereine ihre Angebote hier schrittweise ausbauen. Dabei ist zu berücksichtigen, dass dies nur im Rahmen der zur Verfügung stehenden Hallenstunden möglich ist.
Die Sportförderrichtlinien sollen vergleichbar der bisher schon praktizierten Jugendförderung um einen weiteren Aspekt, die Seniorenförderung erweitert werden. Sinnvoll ist hier auch eine vergleichbare Höhe der Förderung.
- Beratende Mitgliedschaft des Seniorenbeirates im Fachausschuss
Die beratende Mitgliedschaft des Seniorenbeirates im Sozialausschuss wurde gerade zu Beginn der neuen Wahlperiode durch den Gemeinderat wieder bestätigt. Dies gewährleistet eine enge Vernetzung und die Möglichkeit für den Seniorenbeirat, Wünsche, Anregungen und Hinweise auch in den politischen Gremien anzubringen.
Deshalb soll diese Mitgliedschaft fortgeführt werden.
- Bildungs-Angebote für Senioren
Bücherei
Mit Beginn des Haushaltsjahres 2007 sollen in der Gemeindebücherei spezielle Angebote für Senioren wie z.B. auch Hörbücher für diesen Personenkreis geschaffen werden. Hierfür werden im Haushaltsjahr 2007 1.500,-€ bereitgestellt.
Seniorenangebote der VHS und LEB
Mit der Volkshochschule Wardenburg und der Ländlichen Erwachsenenbildung (LEB) sollen Gespräche dahingehend geführt werden, dass diese ihre bisherigen Angebote speziell für Senioren deutlicher herausstellen und für diesen wachsenden Bevölkerungsteil mehr und neue Angebote schaffen.
Weitere Kulturangebote für Senioren
Das kulturelle Angebot in der Gemeinde Wardenburg soll ebenfalls stärker auf die Gruppe der Senioren ausgerichtet werden. Dies betrifft nicht nur eigene kulturelle Veranstaltungen der Gemeinde, sondern auch die Angebote der kulturschaffenden Vereine. Hierzu sollen z.B. auch Gespräche mit den Theatergruppen in der Gemeinde geführt werden, ob die Bereitschaft besteht, bei entsprechender Resonanz „Senioren-Theaterabteilungen“ einzurichten.
In Spanien gibt es bereits über 40 Seniorenspielplätze, auch in Italien hat man auf die Verschiebung der Bevölkerungsgruppen bereits durch die Schaffung dieser neuen Angebote reagiert. Boule- und Großschachfelder, auf die Altersgruppe abgestimmte Fitnessangebote und Ruhezonen ermöglichen es hier speziell dieser Altersgruppe, im öffentlichen Raum Plätze zu nutzen. Bei der Schaffung weiterer Baugebiete soll auch in der Gemeinde Wardenburg nicht nur der Verpflichtung nach dem Nieders. Spielplatzgesetz zur Schaffung von Kinderspielplätzen nachgekommen werden, sondern auch die Belange von Senioren bei der Gestaltung öffentlicher Flächen berücksichtigt werden.
Angesichts der deutlich steigenden Zahl der Senioren ist es notwendig, hier eine Anlaufstelle in Form eines Seniorenbüros zu schaffen. Vorrangig sollen hiermit noch mobile Senioren angesprochen werden, die dieses Büro selbst organisieren. Es soll ehrenamtlich geführt werden. Hierfür wird ein Zuschuss in Höhe von 2.500,- € Jahr analog der Bezuschussung Umtref und GWMF gewährt.
Weiterhin soll ein Zuschuss in Höhe der bisher an die Diakonie gezahlten 3.000,-€ für Seniorenbetreuung dieser neuen Stelle zur Verfügung gestellt werden, so dass insgesamt 5.500,-€ für die ehrenamtliche Seniorenbetreuung als Mittel für die Zahlung geringfügiger Aufwandsentschädigungen zur Verfügung stehen. Damit soll eine Seniorenbetreuung „zuhause“ honoriert werden. Dabei müssen die Dienste nicht auf den Bereich der Senioren beschränkt bleiben. So ist z.B. bei entsprechendem Bedarf auch die Möglichkeit gegeben, dass sich Senioren als eine Art „Großelterndienst“ in der Betreuung von Kindern in Familien engagieren. Sie verfügen über die Erziehung eigener Kinder und Enkel über unschätzbare Erfahrungen, die es zu nutzen gilt. Vielfach sind eigene Kinder und Enkel durch die gestiegene Mobilität unserer Gesellschaft nicht in der Nähe, so dass dieser Erfahrungsschatz bisher ungenutzt bleibt, während auf der anderen Seite gerade junge Familien oft gerne eine lebens- und erziehungserfahrene Person als Ansprechpartner, Begleiter und Betreuer brauchen.
Das Büro soll Anlaufpunkt in allen Fragen des Seniorenbereichs sein, gleichzeitig aber auch eine Schnittstelle bieten, in der Senioren mit ihren vielfältigen Interessen, Fähigkeiten und Wünschen Angebote finden können, ihre Erfahrungen einzubringen.
Geeignete Räumlichkeiten hierfür sollen durch geringfügige Umbauten im Seniorentreff geschaffen werden.